Der Unvollendete

Ein Freund hatte mich um einen Liedtext gebeten. Er hatte einen Refrain im Kopf – irgendwas mit „Ich will doch nur eins: ich will leben!“,, doch Strophe fiel ihm keine ein. Nach allem, was zwischen uns vorgefallen war, hätte ich nie gedacht, dass ich den Text jemals schreiben würde. Doch plötzlich kamen die Wörter aus dem Nichts angeflogen, kreisten durch meine Hirnwindungen und kamen innerhalb kürzzester Zeit als fertiger Liedtext heraus. Und als wäre das noch nicht genug, kam der Text auch noch auf Bayrisch aus mir heraus (ich habe noch nie einen Text auf Bayrisch verfasst!). Rückmeldung habe ich darauf leider nie erhalten, deswegen poste ich ihn jetzt hier, damit er wenigstens auf diese Weise nach Außen kommt 🙂 Genug der Vorworte, hier ist er, der Text:

Der Unvollendete (Die Namensgebung überlasse ich ihm ebenso wie den Refrain)

1.Strophe
I bin die ganze Zeit am renna
Und die Zeit laft gegen mi.
I gspia as Feuer scho nu brenna,
Bloß richtig warm werd mir irgendwia nie.
Und der Rucksack voi mit Stoana
Zwingt mi manchmoi fast ind Knie.
Und du kimmst ned weit,
beim Lauf gega die Zeit.
Dabei wui i doch bloß oans:
 
Ref.: Ich will leben!
 
2.Strophe
Alle ziang an mir, alle woin vo mir
Immer bloß dass i sie glücklich moch.
Aber glücklich sein, kann ma nur alloa,
des is oaiwei de gleiche Sach.
Ja i mog de Leit, i bin a gern zu zweit,
So lang nu gnuag Raum zum Atmen bleibt.
Und I brauch mei Zeit
Und i brauch mei Freiheit
Weil eigentlich wui I doch bloß oans:
Ref.: Ich will leben!
 

Für alle die des Bayrischen nicht mächtig sind, eine Übersetzung:

1.Strophe: Ich bin die ganze Zeit am rennen und die Zeit läuft gegen mich. Ich spür das Feuer schon noch brennen, bloß richtig warm wird mir irgendwie nie. Und der Rucksack voll mit Steinen zwingt mich manchmal fast in die Knie. Und du kommst nicht weit, beim Lauf gegen die Zeit, dabei will ich doch bloß eins: Ich will leben! 2. Strophe: Alle ziehen an mir, alle wollen von mir immer nur dass ich sie glücklich mache. Aber glücklich sein kann man nur allein, das ist immer die gleiche Sache. Ja ich mag die Leute ich bin auch gern zu zweit, so lange noch genug Raum zum Atmen bleibt. Und ich brauch meine Zeit und ich brauch meine Freiheit, weil eigentlich will ich doch nur eins: Ich will leben!

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Als gäbs kein Morgen mehr…

Farbenmeer, hundert Gesichter,

tausende Lichter kreisen um mich her.

Es fällt mir schwer, mich festzuhalten

in dem Strudel nicht zu verlieren

ich lass los, will es riskieren, alles riskieren,

nichts festhalten, kein Stillstand,

nie wieder Stillstand…

Nur der ewige Kreis in dem sich unsere Augen spiegeln

unser Blick sich findet und der Kuss ein Band besiegelt

das nie ewig hält.

zum Glück…

Wenn man fällt, kann man glauben man fliegt.

Fliegt im Farbenmeer, während alles verschwimmt.

Meine Seele singt und tanzt und ein Funke pflanzt

ein neues Samenkorn in meinem Herzen.

Flügel sprießen, ich atme Freiheit, einfach sein.

Einfach tanzen bis zum Morgen, ohne Sorgen.

Du und ich ein stiller Kampf unterdrückter Liebe.

Das Band reisst wieder.

Zum Glück.

Unsere Hände lassen los. Freiheit!

Ersehnte Freiheit, halt mich in deinem Arm, ich tanze mit dir.

Schütze mich vor den Blicken der Gierigen, die noch nicht fallen und fliegen und tanzen…

Ich tanze hinab, mir dir, ohne dich, allein zu zweit.

So weit ist der Raum…

Und wie in einem wirren Traum, wache ich auf

und der Morgen lacht mich an.

Oder aus, als ich um sieben ins Haus falle.

Nein fliege, nach durchtanzter Nacht,

als gäbs keinen Morgen mehr…