Als gäbs kein Morgen mehr…

Farbenmeer, hundert Gesichter,

tausende Lichter kreisen um mich her.

Es fällt mir schwer, mich festzuhalten

in dem Strudel nicht zu verlieren

ich lass los, will es riskieren, alles riskieren,

nichts festhalten, kein Stillstand,

nie wieder Stillstand…

Nur der ewige Kreis in dem sich unsere Augen spiegeln

unser Blick sich findet und der Kuss ein Band besiegelt

das nie ewig hält.

zum Glück…

Wenn man fällt, kann man glauben man fliegt.

Fliegt im Farbenmeer, während alles verschwimmt.

Meine Seele singt und tanzt und ein Funke pflanzt

ein neues Samenkorn in meinem Herzen.

Flügel sprießen, ich atme Freiheit, einfach sein.

Einfach tanzen bis zum Morgen, ohne Sorgen.

Du und ich ein stiller Kampf unterdrückter Liebe.

Das Band reisst wieder.

Zum Glück.

Unsere Hände lassen los. Freiheit!

Ersehnte Freiheit, halt mich in deinem Arm, ich tanze mit dir.

Schütze mich vor den Blicken der Gierigen, die noch nicht fallen und fliegen und tanzen…

Ich tanze hinab, mir dir, ohne dich, allein zu zweit.

So weit ist der Raum…

Und wie in einem wirren Traum, wache ich auf

und der Morgen lacht mich an.

Oder aus, als ich um sieben ins Haus falle.

Nein fliege, nach durchtanzter Nacht,

als gäbs keinen Morgen mehr…

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Melancholia

Heimlich, still und leise schleicht sie sich an mich heran, lautlos, körperlos. Sie verschluckt alles Licht, gehüllt in einen Mantel aus heimlicher Dunkelheit tritt sie an mich heran, streicht mir mit ihren eisigen Fingern liebkosend über die Wangen, lässt Tränen gefrieren. Ihre Worte sind Schweigen, schneidende Stille, der wohltuende Klang der Leere, bedrückend und doch tröstend. Süß sind ihre stillen Worte, die lautlos an mein Ohr dringen, wortlos das Schweigen brechen, tröstend ihre kalte Hand, die sanfte Berührung. Sie kommt ohne Vorwarnung, ergreift mich aus dem Hinterhalt, mein stummer Schrei verhallt im Nichts. Ich suche Schutz in ihrem wärmenden Mantel aus tröstender Dunkelheit, verkrieche mich in den Falten aus tiefschwarzer Nacht und lausche dem pulsierenden Klang der flüsternden Stille, den lautlosen Worten die sich wie Balsam auf mein brennendes Herz legen und das Feuer unter dem schweren Mantel ersticken. Lautlos singt sie mich in den Schlaf, wortlos klingend, in der Ferne still verhallend…

Heimlicher Nachtgesang

Wenn des Sommermondes kühle Strahlen

sanft der Erde warme Wangen streichen

und die satten Farben in dem fahlen

Lichte dunklem Blau und Silber weichen

«◊»

Wenn der Sonne Sänger müd verstummen

ihre letzten Töne fern verklingen,

nur vereinzelt hört man Grillen summen,

dann erst wage heimlich ich zu singen.

«◊»

Sehnsuchtsvoll ertönt mein Lied im Wald

Fliederschwere Nacht trägt meine Klage,

deren Wahrheit immer neu erschallt

Weil ich sie durch alle Zeiten trage,

bis sie hinterm Horizont verhallt

Der Klang wirkt weiter in euch alle Tage.