Träume trinken…

Komm, lass uns Träume trinken

Uns daran berauschen und den trügerischen Morgen

ein wenig länger Trug sein lassen.

Nimm noch einen Schluck,

das Leben ist kurz sagen die Leute

und man muss Tänze tanzen, solange die Musik spielt.

Oder die Welt klingen lassen, singen lassen

beben lassen im Takt der tanzenden Herzen.

Traumseifenblasen platzen,

lachen schillernd im Mondlicht,

bevor sie vergehen.

Hast du Angst?

Welche Ängste hat die Angst?

Komm, lass uns auf den Ängsten reiten,

Gedanken lähmen und

Zweifel zähmen.

Glaubst du liebst du?

Hörst du das funkelnde Mondlicht

auf dem schwarzen See?

Siehst du die sanften Lieder des Waldes?

Schmeckst du das Gold der Abendsonne?

Fühlst du den Zauber in jedem Atemzug?

Komm, lass uns mit der Zeit tanzen,

Lass uns von Freiheit singen,

Lass uns Träume trinken,

Lass uns leben…

Werbeanzeigen

Der Unvollendete

Ein Freund hatte mich um einen Liedtext gebeten. Er hatte einen Refrain im Kopf – irgendwas mit „Ich will doch nur eins: ich will leben!“,, doch Strophe fiel ihm keine ein. Nach allem, was zwischen uns vorgefallen war, hätte ich nie gedacht, dass ich den Text jemals schreiben würde. Doch plötzlich kamen die Wörter aus dem Nichts angeflogen, kreisten durch meine Hirnwindungen und kamen innerhalb kürzzester Zeit als fertiger Liedtext heraus. Und als wäre das noch nicht genug, kam der Text auch noch auf Bayrisch aus mir heraus (ich habe noch nie einen Text auf Bayrisch verfasst!). Rückmeldung habe ich darauf leider nie erhalten, deswegen poste ich ihn jetzt hier, damit er wenigstens auf diese Weise nach Außen kommt 🙂 Genug der Vorworte, hier ist er, der Text:

Der Unvollendete (Die Namensgebung überlasse ich ihm ebenso wie den Refrain)

1.Strophe
I bin die ganze Zeit am renna
Und die Zeit laft gegen mi.
I gspia as Feuer scho nu brenna,
Bloß richtig warm werd mir irgendwia nie.
Und der Rucksack voi mit Stoana
Zwingt mi manchmoi fast ind Knie.
Und du kimmst ned weit,
beim Lauf gega die Zeit.
Dabei wui i doch bloß oans:
 
Ref.: Ich will leben!
 
2.Strophe
Alle ziang an mir, alle woin vo mir
Immer bloß dass i sie glücklich moch.
Aber glücklich sein, kann ma nur alloa,
des is oaiwei de gleiche Sach.
Ja i mog de Leit, i bin a gern zu zweit,
So lang nu gnuag Raum zum Atmen bleibt.
Und I brauch mei Zeit
Und i brauch mei Freiheit
Weil eigentlich wui I doch bloß oans:
Ref.: Ich will leben!
 

Für alle die des Bayrischen nicht mächtig sind, eine Übersetzung:

1.Strophe: Ich bin die ganze Zeit am rennen und die Zeit läuft gegen mich. Ich spür das Feuer schon noch brennen, bloß richtig warm wird mir irgendwie nie. Und der Rucksack voll mit Steinen zwingt mich manchmal fast in die Knie. Und du kommst nicht weit, beim Lauf gegen die Zeit, dabei will ich doch bloß eins: Ich will leben! 2. Strophe: Alle ziehen an mir, alle wollen von mir immer nur dass ich sie glücklich mache. Aber glücklich sein kann man nur allein, das ist immer die gleiche Sache. Ja ich mag die Leute ich bin auch gern zu zweit, so lange noch genug Raum zum Atmen bleibt. Und ich brauch meine Zeit und ich brauch meine Freiheit, weil eigentlich will ich doch nur eins: Ich will leben!

Als gäbs kein Morgen mehr…

Farbenmeer, hundert Gesichter,

tausende Lichter kreisen um mich her.

Es fällt mir schwer, mich festzuhalten

in dem Strudel nicht zu verlieren

ich lass los, will es riskieren, alles riskieren,

nichts festhalten, kein Stillstand,

nie wieder Stillstand…

Nur der ewige Kreis in dem sich unsere Augen spiegeln

unser Blick sich findet und der Kuss ein Band besiegelt

das nie ewig hält.

zum Glück…

Wenn man fällt, kann man glauben man fliegt.

Fliegt im Farbenmeer, während alles verschwimmt.

Meine Seele singt und tanzt und ein Funke pflanzt

ein neues Samenkorn in meinem Herzen.

Flügel sprießen, ich atme Freiheit, einfach sein.

Einfach tanzen bis zum Morgen, ohne Sorgen.

Du und ich ein stiller Kampf unterdrückter Liebe.

Das Band reisst wieder.

Zum Glück.

Unsere Hände lassen los. Freiheit!

Ersehnte Freiheit, halt mich in deinem Arm, ich tanze mit dir.

Schütze mich vor den Blicken der Gierigen, die noch nicht fallen und fliegen und tanzen…

Ich tanze hinab, mir dir, ohne dich, allein zu zweit.

So weit ist der Raum…

Und wie in einem wirren Traum, wache ich auf

und der Morgen lacht mich an.

Oder aus, als ich um sieben ins Haus falle.

Nein fliege, nach durchtanzter Nacht,

als gäbs keinen Morgen mehr…

Sternensänger

Schweigen schwebte durch die Nacht,

Sternenglanz sprach stumme Worte

öffnete verborgne Orte

dunkel strahlend ihre Pracht

 

Silbern spiegelte der kühle

Tau das sanfte Licht der Sterne

Die Seele flog, nah ward die Ferne

als ich den Raum im Herzen spürte.

 

Und wir standen eng umschlungen

in dem grenzenlosen Raum

Zeitlos – wie ein süßer Traum

von dem Zauber ganz durchdrungen.

 

Deine Lippen fanden sachte

meine – und die stumme Zeit

tanzte mit der Ewigkeit

als still der Mond sein Licht entfachte.

 

Und wir breiteten die Schwingen

unsrer Seelen aus und flogen

in die Ferne und wir zogen

aus, um von dem Licht zu singen.

 

Mir scheint es war ein Frühlingstraum,

der mich ins Sternenmeer entführte

und meine Seele tief berührte

und ließ Unendlichkeit mich schaun…

Im Nebel

Ich sah dich stehen –

einsam –

im Nebel der

verschleierten Zwischenwelt.

Du konntest mich nicht sehen,

drüben auf der anderen Seite,

denn dein Herz

hatte das Sehen längst verlernt,

die Augen geschlossen.

Ich hörte,

wie der weiße Nebel

deinen stummen Schrei

verschluckte.

Du hörtest nicht,

wie deine Seele um Hilfe rief –

wortlos klingend, stumm verhallend.

Ich streckte dir

zitternd

meine kalten Finger hin

und teilte den Nebel

zwischen uns.

Doch du sahst mich nicht,

leere Augen, leeres Herz.

Ich rief nach dir,

doch die Sprache des Herzens

kanntest du nicht.

Du wolltest bleiben,

in deiner verschleierten Zwischenwelt

zwischen Schatten und Licht.

Denn deinen eigenen Schatten

fürchtetest du

und das Licht

erinnerte dich

an die Dunkelheit.

So nahm dich der Nebel

in seine kalten Arme,

ein Hauch von Trost,

erstickter Schmerz.

Und du hörst deine Tränen nicht fallen

Und du hörst nicht,

wie dein Herz nach Wärme

und Licht ruft.

Und deine Seele schreit stumm nach Hilfe…

Fremd geworden

Wie fremd du mir geworden bist!

Dein Blick spricht tausend leere Lügen

Die dich noch mehr als mich betrügen-

Wie fremd du mir geworden bist!

<o>

Ich hör dich, kann dich nicht verstehen-

Ich kenne deine Stimme nicht,

wie sie in falschen Zungen spricht.

Ich hör dich, kann dich nicht verstehen!

<o>

Ich seh dich, doch mein Herz ist blind,

kann deine Seele nicht mehr sehen

seh deinen trüben Schatten stehen-

Ich seh dich, doch mein Herz ist blind.

<o>

Wie fremd du mir geworden bist-

Dein Bild verblasst im Strom der Zeit

verschwindet in der Ewigkeit.

Wie fremd du mir geworden bist…

Stille Zuflucht

Hier in dieser Blütenpracht
fand ich meine Zufluchtsstätte
Harrte aus, der Wind strich sacht
Über mich, ich wünscht ich hätte
diesen Ort zuvor gefunden,
mich ganz heimlich dort verborgen
und gepflegt die vielen Wunden
fern vom Alltag, meinen Sorgen

Hier in diesem Farbenmeer
fühl ich mich geschützt, geborgen
Grad noch war mein Herz so schwer,
sehnt sich nach dem neuen Morgen
Gern würd ich von vorn beginnen,
viele Dinge anders sehen
Diesmal würde ich gewinnen
Und hoch erhobnen Hauptes gehen.

Lächelnd nähm ich gern das Leben
wie es kommt, und würd versuchen
noch ein bisschen mehr zu geben
Und ich würde länger suchen
nach den wirklich guten Freunden
die mich durch die Nacht begleiten.
Mich trotz meiner Eigenheiten,
meiner Schwächen nicht verleumden.

Wie oft schon fehlte mir der Mut
den ersten Schritt allein zu tun.
Wie oft ließ ich die Chancen ziehen,
sah dann mit Wehmut hinterher.
Wie oft schon wollt ich einfach fliehen,
tat einen Schritt und konnt nicht mehr.
Lass mich den Augenblick hier ruhen,
gib Schutz vor der Gedankenflut.

Als ich dann, ganz sanft geborgen
von der bunten Blütenpracht,
aufwachte, am kühlen Morgen
hab ich über mich gelacht.

Alle Sorgen sind verflogen,
leicht und fröhlich ist mein Herz.
Es erscheint mir all mein Schmerz
Nur vom Traumreich vorgelogen.