Als gäbs kein Morgen mehr…

Farbenmeer, hundert Gesichter,

tausende Lichter kreisen um mich her.

Es fällt mir schwer, mich festzuhalten

in dem Strudel nicht zu verlieren

ich lass los, will es riskieren, alles riskieren,

nichts festhalten, kein Stillstand,

nie wieder Stillstand…

Nur der ewige Kreis in dem sich unsere Augen spiegeln

unser Blick sich findet und der Kuss ein Band besiegelt

das nie ewig hält.

zum Glück…

Wenn man fällt, kann man glauben man fliegt.

Fliegt im Farbenmeer, während alles verschwimmt.

Meine Seele singt und tanzt und ein Funke pflanzt

ein neues Samenkorn in meinem Herzen.

Flügel sprießen, ich atme Freiheit, einfach sein.

Einfach tanzen bis zum Morgen, ohne Sorgen.

Du und ich ein stiller Kampf unterdrückter Liebe.

Das Band reisst wieder.

Zum Glück.

Unsere Hände lassen los. Freiheit!

Ersehnte Freiheit, halt mich in deinem Arm, ich tanze mit dir.

Schütze mich vor den Blicken der Gierigen, die noch nicht fallen und fliegen und tanzen…

Ich tanze hinab, mir dir, ohne dich, allein zu zweit.

So weit ist der Raum…

Und wie in einem wirren Traum, wache ich auf

und der Morgen lacht mich an.

Oder aus, als ich um sieben ins Haus falle.

Nein fliege, nach durchtanzter Nacht,

als gäbs keinen Morgen mehr…

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Sternensänger

Schweigen schwebte durch die Nacht,

Sternenglanz sprach stumme Worte

öffnete verborgne Orte

dunkel strahlend ihre Pracht

 

Silbern spiegelte der kühle

Tau das sanfte Licht der Sterne

Die Seele flog, nah ward die Ferne

als ich den Raum im Herzen spürte.

 

Und wir standen eng umschlungen

in dem grenzenlosen Raum

Zeitlos – wie ein süßer Traum

von dem Zauber ganz durchdrungen.

 

Deine Lippen fanden sachte

meine – und die stumme Zeit

tanzte mit der Ewigkeit

als still der Mond sein Licht entfachte.

 

Und wir breiteten die Schwingen

unsrer Seelen aus und flogen

in die Ferne und wir zogen

aus, um von dem Licht zu singen.

 

Mir scheint es war ein Frühlingstraum,

der mich ins Sternenmeer entführte

und meine Seele tief berührte

und ließ Unendlichkeit mich schaun…

Es wär doch leicht!?

Sieh mich an und sag mir kann

mein Blick Geschichten Dir erzählen?

Wenn Du mich anschaust, siehst Du dann,

wie mich die stummen Worte quälen,

wie sich in mir Gefühle regen

und Wünsche förmlich explodieren?

Verzweifelt wehr’ ich mich dagegen,

will die Kontrolle nicht verlieren.

Wenn Du in diese Augen schaust,

siehst du dann, wie ich drum flehe,

dass Du mir nah kommst, Du dich traust,

weil ich schon innerlich zergehe

Und nicht den Mut hab Dir zu sagen,

dass ich Dich gern hab und vielleicht

noch mehr, ich würd so gerne fragen:

„Willst Du mich auch?“ Es wär doch leicht?!

Doch ich bin dumm und bleibe stumm

Ich sag kein Wort und dreh mich um

und wünscht ich hätte mich getraut.

Und wenn ich mir dann auf die Lippen beiße,

denk ich nur „Scheiße!

Ich habs versaut!“

Im Nebel

Ich sah dich stehen –

einsam –

im Nebel der

verschleierten Zwischenwelt.

Du konntest mich nicht sehen,

drüben auf der anderen Seite,

denn dein Herz

hatte das Sehen längst verlernt,

die Augen geschlossen.

Ich hörte,

wie der weiße Nebel

deinen stummen Schrei

verschluckte.

Du hörtest nicht,

wie deine Seele um Hilfe rief –

wortlos klingend, stumm verhallend.

Ich streckte dir

zitternd

meine kalten Finger hin

und teilte den Nebel

zwischen uns.

Doch du sahst mich nicht,

leere Augen, leeres Herz.

Ich rief nach dir,

doch die Sprache des Herzens

kanntest du nicht.

Du wolltest bleiben,

in deiner verschleierten Zwischenwelt

zwischen Schatten und Licht.

Denn deinen eigenen Schatten

fürchtetest du

und das Licht

erinnerte dich

an die Dunkelheit.

So nahm dich der Nebel

in seine kalten Arme,

ein Hauch von Trost,

erstickter Schmerz.

Und du hörst deine Tränen nicht fallen

Und du hörst nicht,

wie dein Herz nach Wärme

und Licht ruft.

Und deine Seele schreit stumm nach Hilfe…

Fremd geworden

Wie fremd du mir geworden bist!

Dein Blick spricht tausend leere Lügen

Die dich noch mehr als mich betrügen-

Wie fremd du mir geworden bist!

<o>

Ich hör dich, kann dich nicht verstehen-

Ich kenne deine Stimme nicht,

wie sie in falschen Zungen spricht.

Ich hör dich, kann dich nicht verstehen!

<o>

Ich seh dich, doch mein Herz ist blind,

kann deine Seele nicht mehr sehen

seh deinen trüben Schatten stehen-

Ich seh dich, doch mein Herz ist blind.

<o>

Wie fremd du mir geworden bist-

Dein Bild verblasst im Strom der Zeit

verschwindet in der Ewigkeit.

Wie fremd du mir geworden bist…

Stille Zuflucht

Hier in dieser Blütenpracht
fand ich meine Zufluchtsstätte
Harrte aus, der Wind strich sacht
Über mich, ich wünscht ich hätte
diesen Ort zuvor gefunden,
mich ganz heimlich dort verborgen
und gepflegt die vielen Wunden
fern vom Alltag, meinen Sorgen

Hier in diesem Farbenmeer
fühl ich mich geschützt, geborgen
Grad noch war mein Herz so schwer,
sehnt sich nach dem neuen Morgen
Gern würd ich von vorn beginnen,
viele Dinge anders sehen
Diesmal würde ich gewinnen
Und hoch erhobnen Hauptes gehen.

Lächelnd nähm ich gern das Leben
wie es kommt, und würd versuchen
noch ein bisschen mehr zu geben
Und ich würde länger suchen
nach den wirklich guten Freunden
die mich durch die Nacht begleiten.
Mich trotz meiner Eigenheiten,
meiner Schwächen nicht verleumden.

Wie oft schon fehlte mir der Mut
den ersten Schritt allein zu tun.
Wie oft ließ ich die Chancen ziehen,
sah dann mit Wehmut hinterher.
Wie oft schon wollt ich einfach fliehen,
tat einen Schritt und konnt nicht mehr.
Lass mich den Augenblick hier ruhen,
gib Schutz vor der Gedankenflut.

Als ich dann, ganz sanft geborgen
von der bunten Blütenpracht,
aufwachte, am kühlen Morgen
hab ich über mich gelacht.

Alle Sorgen sind verflogen,
leicht und fröhlich ist mein Herz.
Es erscheint mir all mein Schmerz
Nur vom Traumreich vorgelogen.