Der Befreite

Geschmeidig schleicht der Schatten ums Gehege,

das einmal seiner Seele Käfig war.

Ein letzer Blick, dann geht er seiner Wege,

Vergangenheit bleibt das, was einst geschah.

Sein wacher Blick, die ungetrübten Sinne

verschlingen gierig  jeden Augenblick.

Kein Duft, kein Laut kann unentdeckt entrinnen.

Behutsam setzt er jeden neuen Schritt.

Lässt sich vom Hauch der Freiheit traulich führen

Und ziellos treibend weiß er um den Sinn.

Er kann den Puls des Lebens wieder spüren

und jeder neue Schritt ein Neubeginn.

*

Ein Stück voraus

Ich nahm die freundlich dargebotne Hand

und ließ mich durch die goldnen Nebel führen

Wir folgten einem hellen Sternenband

Ich wünscht ihr könntet diesen Frieden spüren.

*

Das sanfte Licht der Ewigkeit umfing

behutsam mich, ich blickte kurz zurück

Und als dann auch der letzte Zweifel ging

schlich stille Freude sich in meinen Blick.

*

Mein Herz wurde erfüllt von reiner Liebe

In hellstes Licht verwandelt’ sich mein Geist.

Es gibt kein Wort, das dieses Glück beschriebe

Erst jetzt weiß ich, was wahrer Friede heißt.

*

Was trauert ihr, ich hab euch nicht verlassen.

Ich ging euch nur ein kleines Stück voraus.

Und mit der Zeit wird auch der Schmerz verblassen.

Ich warte hier, harre geduldig aus.

*

Mag es euch auch als Dunkelheit erscheinen,

ich ging ins klare, ungebrochene Licht.

Schenkt mir ein Lächeln, lasst das Klagen, Weinen

Tragt mich in eurem Herz, vergesst mich nicht.